Der Kindergarten

1. Wir stellen uns vor
1.1 Geschichte

Seit den 1940er Jahren gibt es den evangelischen Kindergarten der Kirchengemeinde St. Andreas Groß Lobke als sogenannten Erntekindergarten. Am Anfang wurde er nur im Sommer betrieben. In den 1960er Jahren stellten Eltern einen Antrag an den Kirchenvorstand mit der Bitte, die Einrichtung auch im Winter zu öffnen. Der Kindergarten wurde ganztags betrieben, wobei die Kinder aber bei Großeltern/Eltern Mittag essen mussten, um dann wieder zurück in den Kindergarten zu gehen. Später entwickelte sich der Kindergarten zur Halbtagseinrichtung mit zwei  Vormittagsgruppen und Sonderöffnungszeiten im Randstundenbereich. Nachdem er im Jahr 2011 von der Schließung bedroht war, wurde das pädagogische Konzept geändert und in Zusammenarbeit mit Kirchenvorstand, Kirchenkreisamt und Gemeinde Algermissen beschlossen, ihn weiter zu betreiben.

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1.2 Trägerschaft und Mitarbeiterinnen

Seit 2012 ist der Evangelische Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt Träger der Einrichtung, für die religionspädagogische Betreuung ist die neugegründete Kirchengemeinde 12-Apostel Sarstedt-Land zuständig. Den Kindergarten besuchen jetzt 20 Kinder im Alter von 18 Monaten bis 6/7Jahren in einer altersgemischten Gruppe während der Öffnungszeiten von 7:30 -14:00/15:00 Uhr.
In der Kindergruppe arbeiten zwei Erzieherinnen und eine teilzeitbeschäftigte Sozialassistentin. Diese vertritt die Stammerzieherinnen im Bedarfsfall und arbeitet außerdem noch im Küchenbereich. Außerdem gibt es noch eine Reinigungskraft und einen Hausmeister,  der für das Außengelände  zuständig ist.

2. Kindergartenräume

Unser Kindergarten liegt im Ortskern des Dorfes Groß Lobke. Kinder aus der  politischen Gemeinde Algermissen können unseren Kindergarten besuchen. Außerdem gibt es diese Möglichkeit auch für Kinder aus dem nahe gelegenen Dorf Klein Lobke nach Rücksprache mit der Gemeinde Sehnde. Der Kindergarten ist ein altes Fachwerkhaus in unmittelbarer Nähe zur Kirche,  umgeben von einem ehemaligen Obstgarten, der den Kindergartenkindern als Außengelände dient. Der alte Baumbestand spendet den Kindern im Sommer natürlichen Schatten. Wir sind ein Landkindergarten, der sich vom Rhythmus und Lehrplan der Natur leiten lässt. Somit spiegelt sich auch landwirtschaftliches Leben in unserer Arbeit und in der Gestaltung des Außengeländes wider. Er ist wegen seiner naturnahen Gestaltung für Kinder jeden Alters interessant.

Kindergarten_Außengelände_01  Baumstämme_01Im Haus gibt es zwei Gruppenräume und einen Multifunktionsraum, die von den Kindern nach Bedarf genutzt werden können. Im Freispiel haben die Kinder die Möglichkeit, hier ihren Interessen spielerisch nachzugehen. Es gibt Platz zum Kuscheln und Lesen, Basteln, für Rollenspiele oder Bauvorhaben.   Die in einem Raum extra angelegte Spielecke ist für die Jüngsten ausgestattet, und bietet ihnen die Möglichkeit sich jederzeit zurückzuziehen. Unser Multifunktionsraum wird für Kleingruppenarbeit und als Bewegungsraum genutzt. Nach dem Mittagessen dient er als Schlafraum für unsere Jüngsten. In der Küche kann auch gemeinsam mit den Kindern gekocht und gebacken werden. Der Waschraum wurde mit einer geeigneten Wickeleinrichtung ausgestattet, außerdem gibt es neben den üblichen Kindertoiletten noch eine „Zwergentoilette“ für die jüngsten Kinder. Einmal pro Woche steht den Kindern zudem noch die Turnhalle des örtlichen Sportvereins zur Verfügung.

Innenräume_01

3. Tagesablauf

7.30 – 8.00 Frühdienst/erstes Frühstück
8.00 – 10.00 freies Spiel/kreative Angebote/Kleingruppenarbeit (einschließlich Morgenbegrüßung und gemeinsamen Frühstück)
10.00 – 11.30 Außenaktivitäten
11.30 – 12.00 Schlusskreis
12.00 – 14.00 Mittagessen, freies Spiel (Mittagsruhe der Kleinsten)
14.00 – 15.00 Spätdienst, freies Spiel

Der Zeitplan kann sich nach Bedarf der Kinder ändern.

4. Ziele der pädagogischen Arbeit – kurzgefasst

Das pädagogische Konzept begründet sich zum einen aus der Trägerschaft der Evangelischen  Kirche und zum anderen aus der Lage der Kindertagesstätte im Dorf. Das Angebot des Kindergartens orientiert sich an einem vom christlichen Glauben geprägtem Verständnis von Mensch und Welt und sieht das Kind als Mittelpunkt des täglichen Handelns.
Die Veränderungen der Gesellschaft lassen den Kindern immer weniger Raum und Zeit, sich durch ursprüngliche und sinnliche Erfahrungen den eigenen Lebensraum zu erschließen. Eine durch Technik und Medien geprägte Welt fordert immer mehr Leistung von immer jüngeren Kindern und bietet kaum Möglichkeit, sich diesen Anforderungen kindgemäß zu stellen.
Viele Kinder leben auf „Lebensinseln“ (z.B. Vororte der Städte) und werden von dort zu anderen Inseln, wie Schule, Verein, angelegte Spielplätze etc. bewegt. Freies Spiel und Lernen in natürlicher Umgebung mit einem größeren Aktionsradius ist kaum noch möglich.

Folgende Schwerpunkte setzen wir in unserer Arbeit:

Leben – miteinander

Die Familie mit mehreren Kindern dient uns als Vorbild. Kinder lernen bei uns, den anderen in seiner Andersartigkeit zu akzeptieren, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und angstfrei spielen zu können.

Wir – Gefühl

Die gemeinsamen Erlebnisse der Kinder und Erwachsenen stärken und verbinden die Gruppe sowie Eltern und Bewohner des Dorfes. Das Vertrauen in die dörfliche Gemeinschaft kann wachsen und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt werden – ein Wir-Gefühl entsteht.

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Lernen – von einander

Kinder nutzen Beobachtung und Nachahmung, um Kontakt aufzunehmen und sich mitzuteilen. Im gemeinsamen Spiel wird verantwortungsbewusster Umgang auch mit jüngeren Kindern eingeübt und hilft diesen, sich in die Gruppe einzufinden. Eigeninitiative der Kinder im Spiel, im täglichen Miteinander und in der Gestaltung des Kindergartenalltags wird ermutigt, gefördert und gefordert (Partizipation).

Naturerlebnis – unverzichtbar

Die Lebenswelt eines landwirtschaftlich geprägten Dorflebens ermöglicht den Kindern mit all ihren Sinnen Lebensalltag zu erfahren. Die Natur bestimmt den Lebensrhythmus auch der Kinder und sensibilisiert sie für das Begreifen von Vorgängen und Zusammenhängen in ihr. So erfahren sie ganz natürlich die Wunder der Schöpfung.

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Sprache – ganz natürlich

Im Alltag findet eine selbstverständliche alltagsorientierte Sprachförderung statt, im Spiel und Gespräch, bei verschiedenen Angeboten.

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Bewegung – ein Grundbedürfnis

Kinder sind von Natur aus bewegungsfreudig. Dies unterstützen wir durch ein Natur belassenes Außengelände, in dem die Kinder jeden Tag, egal welches Wetter herrscht, ihrer Fantasie und ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechend toben und spielen können.

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5. Kleingruppenarbeit

In Kleingruppen unterstützen wir durch gezielte Anregungen Entwicklungsschritte der Jungen und Mädchen. Für die jüngsten Kinder gibt es z.B. eine besondere Spielecke mit Kuschelmöglichkeit, Höhlen und spezielles Spielmaterial zum Sortieren und Ausprobieren.
Die Vorschulkinder nehmen an unterschiedlichen  Angeboten in verschiedenen Lernbereichen teil, wie z.B. Konzentration, Ausdauer, Wahrnehmung, abstraktes Denken, um sich spielerisch auf die Schule vorzubereiten.

6. Glauben – auch wichtig für Kinder

Christliche Inhalte bestimmen selbstverständlich unseren Alltag und sie gestalten den Jahresablauf der Kinder mit. Es gibt thematische Angebote in Zusammenarbeit mit den Pastoren/Pastorinnen der Gemeinde, um christliche Feste oder Inhalte näher zu bringen, zu erklären und zu feiern. Miteinander achtsam umgehen, verantwortungsbewusst mit der Natur im Einklang leben und erfahren, wie wir einander vertrauen und Hoffnung geben können: so wird Kindern ein für sie verständliches Gottesbild vermittelt.

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Sie wollen es genauer wissen?
Unser Konzept wird gerade überarbeitet. Wir stellen es nach Fertigstellung hier wieder zum Download zur Verfügung (12/2018).